Noch ein paar Bilder
Halt, hiergeblieben, nicht wegfahren, haaaalt …
Können Sie mir sagen, wo es hier hingeht …—
Bilderrätsel “Ich seh’ etwas, was Du nicht siehst”
Halt, hiergeblieben, nicht wegfahren, haaaalt …
Können Sie mir sagen, wo es hier hingeht …—
Bilderrätsel “Ich seh’ etwas, was Du nicht siehst”
Da unser Flieger gen Heimat erst am späten Abend geht, wir die Pitylos aber um 9 Uhr übergeben müssen, besorgen wir uns nochmals Mietwagen und machen nach einem ausgiebigen Frühstück in der Hafenbar die Insel Lefkas unsicher. Die inhabergeführte Vermietungsagentur ist seeeeehr griechisch und wir lernen beim angebotenen Greek Mokka, dass das dazu gereichte würfelzucker-ähnliche Gebilde eine geleeartige Süßigkeit ist und nicht im Kaffee versenkt gehört.
Der Küstenstraße folgend durchfahren wir höchst ansehnliche Villenvororte, aber auch scheußlich überlaufene Touristenhochburgen – nix wie weg ins Hinterland. Unser Ziel ist Katapaktes mit seinem ausgewiesenen Wasserfall.
Vergessen wurde bei der Beschreibung im Reiseführer lediglich, dass das Naturschauspiel jahreszeitenabhängig ist. Mit etwas Fantasie können wir uns aber durchaus vorstellen, welch gewaltige Wassermassen das derzeit schmale Rinnsal sonst führt.
Die anschließende Serpentinenstraße mit grandiosen Ausblicken aufs Meer erleben nicht alle bei vollem Bewusstsein – Astrid hat sich in weiser Voraussicht lieber mal gedopt und dämmert auf der Rückbank so vor sich hin. Wir reizen auch diesen Tag mit einem vorzüglichen Nachmittagsmahl bis zum Letzten aus, bevor wir dann (leider recht frühzeitig) am Flughafen einchecken müssen. AirBerlin verfrachtet uns aber schließlich wieder professionell – pünktlich, unbürokratisch und erneut sehr kulant im Hinblick auf zulässiges Gewicht – zurück nach München. Das Abschiednehmen zieht sich in Etappen bis in den Sonntag hinein und wäre bestimmt viel herzzerreißender ausgefallen, hätten wir uns nicht fest an das Motto geklammert „Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub und in dieser Zusammensetzung kommen wir bestimmt wieder einmal zusammen!“
Man kann’s drehen und wenden, es bleibt wie es ist – unser letzter Segeltag ist angebrochen! Astrid schindet beim Vercharterer zwar die Erlaubnis heraus, etwas später als üblich einlaufen zu dürfen, aber das ist auch nur noch ein Tropfen auf den heißen Stein.
Schluss mit dem Rumgejammer, Anker auf, heiß Groß und Genua, Kurs gen Norden liegt an!
Heute geben wir uns noch mal das volle Programm: Amwind, Schmetterling, Flaute, Untiefen-Navigation, auf See baden, Sightseeing der privaten Onassis-Insel Skorpio und Reste essen, was Kühlschrank, Backskisten und Küchenboden so hergeben.
Am späten Nachmittag reihen wir uns dann in die Perlenkette der bemitleidenswerten Charter-Rückkehrer ein. Obligatorisch wird aufgetankt (wobei jedem Motorboot-Fahrer die Tränen in die Augen schießen müssen), über Funk das Einlaufen angemeldet, der Liegeplatz erfragt und zum letzten Einparken angesetzt – und das unter den kritischen Augen der Stützpunkt-Mannschaft. Und ohne uns loben zu wollen: Der Anleger kommt einfach genial! Kostas, Stützpunkt-Leiter und „Jachtpanther“ (vgl. Meerkatze vom 13.7.), braungebrannt, athletisch, gut aussehend (pardon Skipperle) übernimmt lediglich die brackige Mooring und quittiert unser Manöver mit einem wohlwollenden Augenaufschlag.
Was jetzt kommt, ist einfach zu traurig, um näher beschrieben werden zu können – einpacken und klar Schiff machen.
Wehmütig bestellen wir unseren letzten Greek Salad und kauen hohl auf einem Greek Burger rum. Was bleibt da anderes übrig, als vor dem Zubettgehen die letzte(n) Ouzo-Flasche(n) zu kippen …
Unsere Sun Odyssey 40 “Pitilos”

Landschafts-Impression Eine von 1001 traumhafte Anker-Buchten Morgenstund hat Gold im Mund Flaggengruß … und es werden noch viele folgen!
Endlich wieder raus auf’s Meer! Kurz vor Eintreten des berüchtigten Hafenkollers beruhigt sich das Wetter und wir können wieder in See stechen. Mit dem besten aller Kurse –gegenan ohne Seegang bei 4-5 bft – peilen wir zunächst Ithaki an, verkrümeln uns dann aber lieber hinter Atokos, weil Wind und Welle wieder richtig zunehmen.
Unser Ankermanöver in der idyllischen, aber Fallböen ausgesetzten Bucht, entlockt dem dort beherbergten griechischen Fischer ein breites Grinsen. Siggi, unser Olympiaschwimmer und Wasserfloh Astrid bringen eine 60m-Leine an Land – sauschwer, wenn nass und eine .. Tonnen schwere Jacht dran hängt – und … üben dann erst einmal Knoten. Als der Palstek endlich sitzt, bringt Franz noch einen 2. Anker aus, um uns für die Nacht die nötige Sicherheit zu geben.
Irgendwann sind alle ziemlich durchgefroren und ausgehungert und machen sich über Richards legendäre Pasta her. Aber Astrid taut erst wieder nach mehreren Tassen heißen Tees und eingewickelt in 3 Schichten Klamotten und eine Zudecke auf. Das nächtliche Bläserkonzert – 4 Schnarchhörner, 2 Sopran und 2 Alt – findet rhythmische Begleitung durch einen Großfall-Gong. Weit trägt der Wind die lieblichen Klänge …
Nach erbitterten Diskussionen gestern konnten wir uns auf die Uhrzeit von 8 (in Worten acht) einigen für „geschniegelt und gestriegelt am fertigen Frühstückstisch sitzen“ – schließlich haben wir Großes vor: Wir wollen zum Isthmus fahren und den legendären Kanal von Korinth anschauen. Whow! Wir haben es nur Cornelias Spürnase zu verdanken, dass wir in den Genuss kommen, dieses einmalige Bauwerk über 6km Länge aus einer Höhe von 80m zu bestaunen. Die Bungyspringer bei ihren waghalsigen Abstürzen zu beobachten, verursacht uns allen allerdings ein kräftiges Ziehen „unterhalb der Körpermitte“ (Zensur der Red.).
Weiter geht es dann noch ins alte Korinth, wo wir Museum und Ausgrabungsstätte besuchen und zu dem 8300 gefühlte Höhenmeter hoch gelegenen Akrokorinthos emporjapsen – der sensationelle Ausblick entschädigt uns aber allemal für die körperlichen Anstrengungen.
An dieser Stelle seien noch unsere beiden jüngst an Bord genommenen Mitsegler vorgestellt: Franz, der bekanntermaßen selbst die beste Segelstellung noch zu optimieren weiß, sich aber auch als sehr geduldiger Co-Pilot bei Überlandfahrten erweist – er behält selbst dann noch die Ruhe, wenn Cornelia sich zum 3. Mal seinen Instruktionen widersetzt und weiter stur geradeaus fährt. Siggi, unser Power-Senior, einsetzbar in allen Bordbereichen (bis auf Tischdecken), weiß immer ein motivierendes Wort an die vom Captain geschundene Mannschaft zu richten und ist ein Mann der wahrlich großen Worte „Nur, wer die Sehnsucht kennt, weiß, wie ich leide!“.
Wie schafft man es, äußerst hilfsbereite Mitsegler keinesfalls in ihrem Betätigungsdrang einzuengen, lediglich die Richtung Ihres Tuns etwas umzulenken? Konkret: Ein bereits gedeckter Frühstückstisch bei Augenaufschlag ist natürlich genial, aber die Augen nur deshalb aufzuschlagen, weil Mikado-Spielen mit 120 Teilen massiven Essbestecks im klangverstärkenden Hohlkörper eines GFK-Bootes selbst Tote weckt, ruft den Diplom-Psychologen auf den Plan. Lösung: Schick den Kandidaten doch frisches Brot holen ans Ende des Dorfs …
Da selbst das Einholen noch weiterer Wetterberichte aus unterschiedlichen Quellen keine bessere Prognose erbringt, besorgen wir uns 2 Mietwägen und machen das griechische Hinterland unsicher. Wieder mal beweist sich, wie unterschiedlich doch die Eindrücke von See aus und dann im Inneren des Landes selbst sein können. Tief beeindruckt uns die abwechslungsreichen Formationen des Geländes (unerbittlich treiben wir unsere Puntos so manch Hügel rauf), Flora und Fauna (klapperdürre Ziegen, die Straße versperrende Kuhherden, vor Dreck strotzende Wild(Haus-)schweine, lärmende Zikaden, prähistorisch anmutende Riesenwespen, etc.) und die Freundlichkeit der Bevölkerung.
Nicht zu übersehen ist aber auch die Armut in den Gegenden, wo keine natürliche Wasserquelle vorhanden, kein Tourismus Beschäftigung verschafft, wo Erdbeben ganze Dörfer fast vollständig dem Erdboden gleich gemacht haben und nur noch die Alten ihr kärgliches Dasein fristen.
Das Seebeben in der Nähe von Rhodos hat uns nichts angehabt. Die zu verspürenden nächtlichen Erschütterungen an Bord führen wir auf andere Ursachen zurück …
Der neue Tag beginnt mit der Nachricht, dass uns Zeuss, was der griechische Petrus und Chef von „det janssen“ griechischen Göttergedöns ist, übrigens mit 8 Frauen verheiratet, darunter Hera, und Ares als ehelicher Sohn der beiden, seines Zeichens Kriegsgott, der keine Frau, aber häufig Liebschaften hatte, darunter auch Aphrodite, die Frau von Hephaistos, … (Anm. der Redaktion für all diejenigen, die in diesem Sodom und Gomorra der griechischen Götterwelt etwas die Orientierung verloren haben), … also dass Zeuss uns die nächsten 2 Tage eine saftige 8-9 um die Ohren hauen wird. Sofort werden die Späher ausgeschickt, zu erkunden, was die ionische Küste an Zielen für einen Landtag hergeben würde.
Zunächst wollen wir diesen herrlichen Segeltag aber nutzen und umrunden die Insel Kalamos. Von Am-Wind bis Schmetterling, von 6,8-1,2 kn auf der Logge, von griechischem Salat bis weißem Nougat, von 1001 traumhaften Bucht bis hin zu … einem fliegenden Schwertfisch-Trio. Ganz schöne Brocken, diese Viecher, und irgendwie unheimlich mit ihrer langen Säge vorneweg. Nachdem der Stadthafen von Palairos voll ist, verholen wir uns in die Marina Vounaki, Flottenstützpunkt und Hafen der Clubanlage von Sun Sail – gut geschützt, mit ausreichend Platz, sauber und gepflegt, Top sanitäre Anlagen. Der 10-minüte Fußmarsch am Ufer entlang führt uns ins Restaurant Dionysos, betrieben von einer griechisch-deutschen Familie. Neben guter Küche versorgt uns Sylvia mit allerlei Wissenswertem zu Griechenland im Allgemeinen (Warum gibt es in den Restaurants kein Gyros?) und der Region im Besonderen (Wann öffnet der Bäcker? Wo kriegt man einen Mietwagen her? etc).
Ganz neue Töne herrschen plötzlich an Bord – bestimmt könnten wir Konzertsäle füllen mit unseren nächtlichen Schnarchgesängen. Manch Mitsegler klagt zwar über gewisse Einschlafstörungen, dem kann aber schnell abgeholfen werden. Flugs ist der Salon in ein Himmelbett umgewandelt und der Frieden wieder hergestellt.
Bevor wir heute in neuer Besetzung in See stechen, bewundern wir noch das Ablegespektakel unserer holländischen Freunde von gestern – nicht minder erstaunlich im Vergleich zu ihren Anlegekünsten. Unsere Route führt uns an die Nordküste von Meganision, wo wir uns dem beliebten Freizeitvertreib des Buchtelns hingeben.
Astrid versucht verzweifelt, es der gestern gesichteten jungen „Meerkatze“ gleich zu tun (geschmeidiges Wesen, weiblich, blond, akrobatisch, flink, überall und stets dort, wo man sie braucht, kompetent, autoritär, dabei verbindlich, entscheidungsfreudig, anpackend, jeder Griff sitzt) – vergeblich, diese mit nichts zu vergleichende Spezies ist bestimmt auf einem Boot gezeugt worden.
In der Bucht von Ampelakia schließlich gehen wir dann vor Anker – Kapitän und 1. Offizier sind sich zwar heute mal nicht einig, aber der Meuterei wird mit einem Kuss schnell ein Ende gesetzt. Richard zelebriert seine köstlichen Nudeln mit Tomatensauce und das Bier verdunstet schneller als in der 1. Woche. Michael hat dann kurz vor Mitternacht noch eine Auseinandersetzung mit einer Boje, die mit unserem Ruderblatt anbändelt. Trotz heftiger Flüche und einer Messerattacke kann der Zwist aber unblutig beendet werden.